Pauly: "Entscheidung zum VRM-Beitritt war gut"

Fraktion

Die Kreistagsfraktion diskutierte mit VRM-Geschäftsführer über erste Erfahrungen mit der Tarifeinführung.

„Der Kreis Altenkirchen hat eine gute Entscheidung getroffen“, lobte Stephan Pauly, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel GmbH (VRM), den Beitritt des Kreises zum Tarifverbund. Die schon länger bestehende enge Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund „Rhein-Sieg“ habe angesichts der Lage des Kreises und der Bedürfnisse der Menschen vor Ort eine wichtige Funktion, aber der nun auch mittels Tarifverbund geregelte Zusammenschluss mit dem VRM sei auf Dauer eine gute Sache.

„Alle Fragen rund um bessere Mobilität auf Straße, Schiene oder per Bus werden immer wichtiger“, unterstrich der stellvertretende Fraktionssprecher Dr. Matthias Krell, MdL, gleichzeitig auch verkehrspolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion. Deshalb, so der Kreispolitiker, brauche man im Kreis für diesen Arbeitsschwerpunkt auch einen gesonderten Ausschuss. Die Fraktion fordere diesen Ausschuss für die künftige Kreistagsarbeit ein, damit der Sachverstand in diesem Bereich gebündelt werden könne und der Kreis verkehrstechnisch vorankomme.
Um die verschiedensten Aspekte der Verkehrspolitik im Kreis zu beleuchten, hatte die SPD Kreistagsfraktion nun, etwas mehr als 100 Tage nach dem Beitritt zum Tarifverbunde, den VRM-Geschäftsführer eingeladen, um mit ihm über die Erfahrungen des neuen Tarifwesens zu diskutieren.
Die Einführung der neuen Tarife für Busse und Bahnen im Tarifbereich des Kreises Altenkirchen hat viele Erleichterungen gebracht, aber auch manche Härte. Pauly stellte noch einmal vor, dass der Kreis mit 14 Konzessionären und sehr unterschiedlichen Tarifen (teilweise auch auf niedrigem Niveau) die Umstellung bewältigen musste, damit man sich bei „mittelpreisigen Strukturen“ einpendeln konnte. Viele Kunden kamen dabei günstiger weg als in der Vergangenheit und hatten keinen Grund zu klagen. Für rund 80% der Kunden hieß es „Preiskonstanz“, für zehn Prozent wurde es billiger, für zehn Prozent teurer, davon die Hälfte traf es gar „hammerhart“. Diese fünf Prozent „Leidenden“ hofft man dennoch als Nahverkehrs-Kunden halten zu können, doch die bisherige Laufzeit sei noch zu kurz, um Kundenzahlen vergleichen zu können.
Mit belastbaren Zahlen, so Pauly, rechne man am sichersten Ende 2010. Dann seien – auch auf Grund fehlender Vergleichszahlen der Vergangenheit – die ersten beiden Jahre des Verbundtarifes abgerechnet und man könne daraus lernen und weiter arbeiten.
Derzeit, so der Nahverkehrsexperte, gelte es, noch weiter die Vorzüge des Tarifverbundes publik zu machen, etwa im Bereich der „Ab 9 Uhr-Tickets“ oder der Gruppenangebote. Hier, so schlug die Fraktion vor, sei es sinnvoll, auch die Touristiksachbearbeiter in den Verbandsgemeinden zu schulen, damit diese die Angebote kennen und empfehlen können - für Einheimische, aber auch die Besucher aus Nah und Fern, etwa als Wandergäste rund um den Westerwaldsteig.
Die Vorzüge der „VRM-Mobilcard“ indes haben die Menschen im Kreis Altenkirchen schnell erkannt und nutzen intensiv die Karte (neun Euro im Jahr), die ihnen viele Vergünstigungen bringt. So manche Härte der Einzeltickets ließe sich, so Pauly, wieder ausgleichen.
Derzeit sind schon rund 500 Karten im Kreis Altenkirchen verkauft. Damit haben die Menschen im Kreis schon zehn Prozent aller VRM-Mobilcards inne und dies, obwohl die restlichen VRM-Nutzer schon viel länger Gelegenheit hatten diese „lokale Bahncard“ kennen zu lernen.
Alle, die meinen, in einen Tarifdschungel zu sein, oder noch mehr über Vergünstigungen und Angebote wissen wollen, sollten sich, so Pauly, beim VRM melden. „Wir nehmen uns wirklich Zeit für Anfragen“, versprach er der SPD-Kreistagsfraktion.
Intensiv diskutierte die Fraktion – darunter auch als Gast der Wissener Bürgermeisterkandidat Jürgen Linke und Landtagsabgeordneter Thorsten Wehner –mit Verkehrsfachmann Pauly die Angebote für Nutzer von Bussen und Bahnen im Kreis Altenkirchen.
Weitere Diskussionsthemen der Fraktionssitzung waren u.a. die Sportförderung. Hier unterstrich Fraktionsmitglied Rainer Düngen, dass der Kreis Altenkirchen – umgerechnet auf die Zahl seiner Bewohner – landesweit die meisten Fördergelder erhalte. Auch die Kommunen seien sehr engagiert im Bereich der Sportförderung, die Liste der Förderungsanträge zeige dennoch, dass auch in den Folgejahren viel Einsatz in diesem Bereich nötig sei.
Mit dem Wissener Bürgermeister-Kandidaten Jürgen Linke diskutierte die SPD-Kreistagsfraktion zudem über „neue Formen des Zusammenlebens im Alter“. PES.

 
 

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