Statement zum DRK-Gutachten über den Krankenhausstandort Altenkirchen-Hachenburg

Gesundheit

Es wird von Hachenburger Seite aus immer wieder vehement behauptet, das vom DRK in Auftrag gegebene Gutachten des BAB-Instituts komme nur zu einem Ergebnis: „Der optimale Standort für das zusammenzuführende Krankenhaus ist vor den Toren Hachenburgs“.

Die SPD-Ortsvereine Altenkirchen-Weyerbusch, Flammersfeld und Horhausen haben mal einen Blick in das Gutachten geworfen und überraschende Aussagen gefunden: Die Standorte Bahnhof Ingelbach und Bahnhof Hattert an der B414 haben bessere Noten bekommen als Hachenburg bei den Kriterien ÖPNV, Mitarbeiterattraktivität, bessere Erreichbarkeit mit dem Auto und dem Wettbewerb mit anderen Krankenhäusern. Die dortigen in Frage kommenden Flächen gehören überwiegend den Kommunen und nicht privaten Eigentümern.

Hachenburg punktet lediglich mit einer größeren Bevölkerungszahl im Einzugsgebiet und den Chancen, von umliegenden Krankenhäusern (Dierdorf/Selters, Anm. der SPD) und aus dem Gebiet Westerburg Patienten abzuziehen. Außerdem ist der Standort von einer leichten Mehrheit der Beschäftigten schneller erreichbar als die beiden anderen.

Bevölkerungszahl und Marktanteile sind aber nur dann besonders wichtig und letztlich entscheidend, wenn das neue Krankenhaus möglichst groß gebaut wird (ca. 500 Betten statt heute ca. 350 Betten, vielleicht sogar als Schwerpunktkrankenhaus, Anm. der SPD). Das Gutachten sagt selbst, dass sich ein anderes Bild der Bewertung ergebe, wenn man nur den heutigen Markt bewahren will.

Und genau da beginnt jetzt die über das bloße Messen von Minuten, Kilometern und Bevölkerungszahl hinausgehende Arbeit des Gesundheitsministeriums in Mainz. Der gerade neu aufgestellte Landeskrankenhausplan sieht für Altenkirchen-Hachenburg nämlich kein Haus der Größenordnung 500 Betten vor, sondern deutlich kleiner. Wollte man das ändern, ginge das zulasten der Häuser in Selters und Dierdorf. Man kann sich vorstellen, wie die dortige Bevölkerung auf eine solche Änderung reagieren würde. Es ist also völlig selbstverständlich, wenn Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler das DRK-Gutachten genau auf diese Auswirkungen untersuchen lässt, denn sie ist dem gesamten Nordosten des Landes Rheinland-Pfalz verantwortlich und nicht nur dem Raum Altenkirchen-Hachenburg.

Für die hiesige SPD ist schon sehr verwunderlich, wie die lokale Politik in Hachenburg nur die Argumente gelten lassen will, die für einen (großen) Standort vor den Toren von Hachenburg sprechen und alle anderen wichtigen Argumente schlicht ausblendet. Es stelle sich deshalb die Frage, wer die wahre „Kirchturmpolitik“ betreibt.

 
 

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