„Klinik in Kirchen ist unverzichtbar“ – SPD wirft Wäschenbach Panikmache vor

Gesundheit

„Der Klinikstandort Kirchen ist für die stationäre Versorgung der Bevölkerung unverzichtbar und wird deshalb dauerhaft Bestand haben. Gleiches gilt für den Neubau in Müschenbach.“ Das stellt der SPD-Kreisverband Altenkirchen klar und verweist auf die Kriterien des Gemeinsamen Bundesausschusses, der die bundesweit geltenden Kriterien für die Unverzichtbarkeit formuliert hat. Die SPD reagiert damit auf ein Interview des CDU-Kreisvorsitzenden Wäschenbach, in dem dieser eine angebliche „direkte Konkurrenz“ zwischen beiden Häusern gesehen hatte und deshalb eine Standortgarantie für das Kirchener Krankenhaus forderte.

Die Sozialdemokraten kritisieren die Äußerungen Wäschenbachs als unverantwortliche Panikmache. Wer zum wiederholten Male in der Öffentlichkeit die Botschaft aussende, die Zukunft der Klinik sei ungeklärt, trage völlig unnötig zur Verunsicherung der Bevölkerung und der vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kirchen bei. „Herr Wäschenbach ist als Mitglied des Gesundheitsausschusses des Landtags entweder schlecht informiert oder möchte den Menschen suggerieren, er sei der Retter der stationären medizinischen Versorgung in der Region“, kritisiert der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen.

Dabei unterstreicht Hundhausen die wichtige Funktion des Krankenhauses in Kirchen, die auch von keiner Seite in Frage gestellt werde. Es gebe in Kirchen ca. 1.000 Geburten im Jahr, es existiere eine Kinder- und Jugendabteilung und auch die Neurologie sowie die Urologie hätten ein Alleinstellungsmerkmal. Damit sei über die Grundversorgung hinaus also bereits eine Spezialisierung vorhanden, die auch bleiben solle, führt der SPD-Kreischef weiter aus. „Selbst wenn das DRK als derzeitiger Träger den Standort aufgeben würde – wofür es nicht die geringsten Anzeichen gibt – würde in dem Fall die Sicherstellungsverpflichtung des Landkreises greifen“, so Hundhausen, der auch Stadtbürgermeister in Kirchen ist.

„Kirchen verfügt aktuell laut Feststellungsbescheid über 204 Planbetten mit Innerer Medizin, Chirurgie, Unfallchirurgie/Orthopädie, Neurologie, Urologie, Gynäkologie/Geburtshilfe Kinder- und Jugendmedizin, Geriatrie, Intensivmedizin/Anästhesie sowie eine ausgewiesene Schlaganfalleinheit. Nach dem „Letter of Intent“ (LOI) zwischen Gesundheitsministerium und DRK soll der Neubau in Müschenbach 256 Betten und sechs tagesklinische Plätze umfassen, zudem sollen 22 Betten Kinder- und Jugendpsychiatrie in Altenkirchen verbleiben“, erläutert die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler dem aktuellen Planungsstand.
Im zukünftigen Neubau in Müschenbach sollten wie bisher folgende Fachabteilungen vorgehalten werden: Innere Medizin, Chirurgie, Unfallchirurgie/Orthopädie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Geriatrie, Interdisziplinäre Belegabteilung, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Intensivmedizin/Anästhesie. Eine Stroke Unit sei in den Plänen noch nicht enthalten, bleibe aber weiter im Gespräch. Denn es sei durch die demographische Entwicklung damit zu rechnen, dass die Zahl der Schlaganfälle in der Region bis Ende des Jahrzehnts im zweistelligen Prozentbereich ansteigen werde. Vor dem Hintergrund werde es darauf ankommen, inwiefern sich aus medizinischer und rettungsdienstlicher Sicht eine Verbesserung der Notfallversorgung der Bevölkerung durch eine Stroke Uni ergeben würde, so Bätzing-Lichtenthäler, die auch rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin ist.

 
 

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