SPD-Kreisverband hatte zum Ehrungsabend mit Rudolf Scharping eingeladen - SPD-OV Brachbach feiert 50-jähriges Bestehen

Pressemitteilung

Der SPD-Kreisverband ehrte Anne-Dore und Wolfgang Frank sowie Paul Strunk (rechts).

Es müssen besondere Gründe vorliegen, wenn mit Rudolf Scharping ein ehemaliger Bundesvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Gast im Kreis Altenkirchen ist. Einen solchen Anlass bot jetzt der Ehrungsabend des SPD-Kreisverbandes in der Bärenschenke in Brachbach. Denn mit dem Ehepaar Anne-Dore und Wolfgang Frank aus Wallmenroth sowie Paul Stark aus Brachbach wurden drei Mitglieder ausgezeichnet, die es zusammen auf stolze 160 Jahre Parteizugehörigkeit bringen.

Dieses außergewöhnliche Ereignis nötigte auch dem kürzlich wiedergewählten Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen Respekt ab. „Ihr habt alle Höhen und Tiefen der Sozialdemokratie miterlebt“, begrüßte Hundhausen die drei Jubilare.
Dabei hatte an dem Abend der Brachbacher Ortsvereinsvorsitzende Reinhard Zöller noch einen Grund zum Jubeln. Denn sein gastgebender SPD-Ortsverein feiert in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen. Schon beim 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1993 hatte der Ehrengast Rudolf Scharping geheißen, damals noch amtierender Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, erinnerte Zöller.

Der langjährige Wallmenrother Ortsbürgermeister Wolfang Frank kann getrost als SPD-Urgestein bezeichnet werden. Als er 1958 eintrat, hatten die Unionsparteien ein Jahr zuvor unter Kanzler Adenauer die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl erzielt. „Dann in die SPD einzutreten spricht für dich“, musste Rudolf Scharping mit leichtem Schmunzeln anerkennen. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler überreichte er Wolfgang Frank Urkunde und Goldene Ehrennadel für 60 Jahre Parteizugehörigkeit.
Ihr 50-jähriges Parteijubiläum feiert in diesem Jahr Wolfgang Franks Ehefrau Anne-Dore. Sie trat genauso wie der Brachbacher Paul Stark 1968 in die SPD ein. Es war die Hochzeit der Studentenbewegung gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze. Auch damals wurde Deutschland von einer Großen Koalition regiert, die aber ein Jahr später von einer sozialliberalen Koalition mit Willy Brandt als Bundeskanzler abgelöst werden sollte.

„Die SPD kann also auch aus einer GroKo gestärkt hervor gehen“, stellte Scharping hoffnungsfroh fest und hatte damit den Bogen zur aktuellen Konstellation in Berlin geschlagen. Um in die politische Erfolgsspur zu finden, müsse die SPD ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. „Die SPD war immer gut, wenn die Menschen mit ihr die Hoffnung verbunden haben, es ändert sich mit ihr etwas zum Besseren“, stellte der frühere Parteivorsitzende fest. Viele fühlten sich heute in unserer Gesellschaft abgehängt oder verängstigt, auch mit Blick auf die Zuwanderungsproblematik. „Die Ängstlichen, die Protestierenden müssen wir ernst nehmen und uns gemeinsam den Herausforderungen in der Welt stellen“, rief er den Genossinnen und Genossen zu. Scharping war sicher, dass Zuwanderung nur funktionieren werde, wenn die Menschen in Deutschland die Neuankömmlinge als Verstärkung akzeptierten. Auf der anderen Seite müssten Zuwanderer nicht einfach nur nach Deutschland wollen, sondern auch bereit sein, sich hier zu integrieren.
Mit Blick auf die dramatischen Veränderungen in der Welt sei ein starkes Europa wichtig für Deutschland. Scharping erinnerte daran, dass der Anteil der EU an der Weltbevölkerung weniger als 7 % betrage. „Die Welt wartet nicht auf uns“, mahnte er und rief die Anwesenden dazu auf, gemeinsam für eine soziale und gerechte Zukunft einzutreten.

Rudolf Scharping (rechts) gratulierte seinem politischen Weggefährten Wolfgang Frank für 60 Jahre Treue zur SPD.

 
 

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