„Die SPD wird mehr denn je gebraucht!“ – Kreispartei lud zum Politischen Aschermittwoch mit Willi Brase nach Daaden ein

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Dieter Moritz, Andreas Hundhausen, Willi Brase, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Stadtbürgermeister Walter Strunk (Daaden)

Daaden / Kreis Altenkirchen. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Gasthof Koch in Daaden beim traditionellen Politischen Aschermittwoch der SPD. Dorthin hatten zum dritten Mal in Folge der Kreisverband Altenkirchen gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler eingeladen.

„Die große Resonanz ist ein Zeichen dafür, dass in unserer Partei etwas los ist“, so Bätzing-Lichtenthäler bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste, darunter der 1. Bevollmächtigte der IG-Metall Betzdorf, Uwe Wallbrecher und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, Bernd Brato. Auch eine starke Delegation aus Nordrhein-Westfalen hatte den Weg nach Daaden gefunden. Denn als Hauptredner des Abends konnten die Genossen den ehemaligen Bundestagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden der SPD Siegen-Wittgenstein, Willi Brase, gewinnen.

In seinem kurzweiligen Vortrag verzichtete Brase fast vollständig auf Attacken gegen die politischen Gegner. Umso eindringlicher war sein Appell für eine Erneuerung der SPD. Die Entscheidung gegen eine Große Koalition direkt am Wahlabend sei richtig gewesen. Das Dilemma habe mit dem Scheitern von Jamaika begonnen. In der Folge seien strategische Fehler gemacht worden – und das nicht nur vom ehemaligen Parteivorsitzenden Martin Schulz allein. Jetzt müsse Glaubwürdigkeit zurückgewonnen und zu alter Stärke gefunden werden. Denn die SPD werde heute mehr denn je gebraucht, zeigte sich Brase mit Blick auf die zahlreichen Krisen in der Welt überzeugt.

Mit Sorge beobachte er die Tendenzen zur Ausgrenzung und Abgrenzung auch in Deutschland. Für den Gewerkschafter ist das Eintreten für ein solidarisches Miteinander von zentraler Bedeutung. „Wir haben auch eine Verpflichtung gegenüber den Menschen in unserem Land“, erinnerte Brase und kam damit auf den anstehenden Mitgliederentscheid über eine erneute Große Koalition zu sprechen. Die SPD habe in den Verhandlungen viele wichtige Forderungen durchgesetzt, von denen gerade Personen mit kleinerem Geldbeutel profitieren würden; sei es die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung, die Abschaffung des Solis für kleine und mittlere Einkommen, Erhöhung des Kindergeldes, Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit oder die ausgehandelten Einschränkungen für sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen.

Der Siegener SPD-Kreischef rief alle Mitglieder dazu auf, sich den Koalitionsvertrag „vernünftig anzuschauen, zu debattieren und dann zu entscheiden“. Gleichzeitig warnte er eindringlich vor den möglichen Konsequenzen eines Scheiterns. In einigen europäischen Nachbarländern wie Frankreich oder den Niederlanden kämpften sozialdemokratische Parteien angesichts einstelliger Wahlergebnisse aktuell um ihr politisches Überleben. „Vor einer Neuwahl wird mir Angst und Bange“, so Brase wörtlich.

Der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen dankte am Schluss seinem „Kollegen“ aus Siegen für dessen engagierten Vortrag. Wie es sich für einen Politischen Aschermittwoch gehört, wurde anschließend ein herzhaftes Heringsessen serviert. Dabei ging die Diskussion an den Tischen noch eine ganze Weile weiter.

Der Kreisvorsitzende der SPD Siegen-Wittgenstein, Willi Brase, sprach beim Politischen Aschermittwoch in Daaden.

 
 

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